Aktuelles am Lehrstuhl
Hohe Erwartungen, geringe Zuversicht: Neue Studie zu Klimapolitik und staatlicher Handlungsfähigkeit
Der Klimawandel wird mehrheitlich als Bedrohung wahrgenommen. Die Verantwortung für Klimaschutz sehen die Menschen vor allem bei Regierungen, internationalen Organisationen und Unternehmen. Doch 61 Prozent sind wenig oder gar nicht zuversichtlich, dass die Bundesregierung den Klimawandel bekämpfen kann.

Abbildung 3: Wenig Zuversicht, dass die Regierung den Klimawandel bekämpfen kann. Quelle: Studie „Hohe Erwartungen, geringe Zuversicht“ (WELRISCC).
Qualitative und quantitative Forschung kombiniert
Die Studie verbindet eine repräsentative Befragung mit der qualitativen Auswertung von sechs Diskussionsgruppen und offenen Antworten. Daraus arbeitet sie vier „Muster des Zweifels“ heraus: Die Falschen zahlen die Zeche, Begrenzte Staatlichkeit, Post-utopischer Realismus und Enttäuschter Konsens. Diese Zweifel finden sich über das gesamte politische Spektrum hinweg, werden aber je nach sozialer Position und politischer Selbstverortung unterschiedlich begründet. Klimapolitik braucht daher mehr als Akzeptanz für einzelne Maßnahmen – sie muss staatliche Handlungsfähigkeit glaubhaft machen.
„[…] dass halt in der Politik häufig so Floskeln kommen, dass Gelder fließen werden, und dann kommen keine.“
– 30-jährige Rechtsreferendarin, Diskussionsgruppe
Die Studie entstand in den DFG-Projekten Green Transition Attitudes und Welfare State Responses to Social Risks in Times of Climate Change (WELRISCC).